Antibiotika sind Heilmittel und sollen nur noch als solche eingesetzt werden

Die Initiative fordert, dass Landwirtschaftsbetriebe, die Antibiotika in der Tierhaltung prophylaktisch einsetzen oder deren Produktionssystem einen regelmässigen Einsatz von Antibiotika nötig macht, von den Direktzahlungen ausgeschlossen werden.

Die immer mehr auf Hochleistung getrimmte Fleisch- und Milch­­produktion der Schweizer Landwirtschaft fordert einen hohen Preis. Heute werden in der Schweiz pro Jahr rund 38 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt  und das vor allem vorsorglich, damit die geschwächten, überzüchteten Tiere nicht krank wer­den. Die in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika gelangen zu einem grossen Teil via Gülle und Mist auf die Felder und von dort auch in den Was­ser­kreislauf.

Durch den übermässigen Einsatz von Antibiotika haben sich antibiotika­resistente Bakterien gebildet,  die von der Eidgenössischen Fach­kommis­sion für biologische Sicherheit schon 2014 zur „grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz“ erklärt wurden. Dabei handelt es sich um eine Mehrfach-Bedrohung, denn diese antibiotikaresistenten Bakterien können sich über Gewässer, aber auch über die Nahrung und über das Trinkwasser verbreiten.

Trotzdem dürfen Antibiotika in der Tierhaltung weiterhin prophylaktisch eingesetzt werden. Mit der Teilrevision der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) vom 1. April 2016 wurde leider nur eine Einschränkung der Abgabe von Antibiotika auf Vorrat eingeführt – jedoch kein Verbot – wenn diese zur Prophylaxe eingesetzt werden.

Nur wenn wirksame Antibiotika bereitstehen, können auch weiterhin schwerwiegende Infektionen behandelt, Transplantationen, chirurgische Eingriffe oder Chemotherapien durchgeführt werden.

Diese Tatsachen sollten uns Warnung genug sein, sofort zu handeln und die Tierhaltung anzupassen. Dass die Tierhaltung ohne regelmässigen und prophylaktischen Einsatz von Antibiotika funktioniert, ist bekannt,  wird bereits praktiziert und muss zur Norm werden – zum Wohle von Mensch und Tier.

Argumentarium

Quellen:
Wie viel Antibiotika braucht die Landwirtschaft?
RESISTENTE BAKTERIEN AUCH IM TRINKWASSER
Ärzte für die Umwelt – Antibiotikaresistenz Tagung
Multiresistente Keime aus der Tierhaltung_Dr.iur. etdipl. chem. Hans Maurer
Resistente Keime in Rohmlich – Indirekte Gefahr aus dem Stall
Neues Antibiotikaresistenz-Gen in Milch entdeckt

Antibiotikaresistenz der Bund ist zögerlich
Resistente Bakterien erobern die Schweiz
Antibiotika im Tierstall – ein Risiko für den Menschen
Eintrag von Antibiotika und Antibiotikaresistenzen im Wassersystem der Schweiz
Resistente Killer-Keime in Schweizer Flüssen
Super Erreger im Poulet
Geflügelfleisch weist antibiotikaresistente Keime auf
Wenn Antibiotika nicht mehr wirken

Der unsichtbare Feind
Antibiotikaresistenzen „Grösste Bedrohung für die Gesundheit in der Schweiz“_15.12.2014

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