Die Initiative fordert, dass nur noch Betriebe Subventionen erhalten, die pestizidfrei produzieren.

Pestizid ist nicht gleich Pflanzenschutzmittel
Die Initiative verwendet den Begriff „Pestizid“, Definition gemäss „Pestizidreduktionsplan Schweiz, der auch von Bio Suisse unterstützt wird und nicht den in amtlichen Dokumenten oft verwendeten Begriff Pflanzenschutzmittel. Im Gegensatz zum Begriff Pflanzenschutzmittel schliesst der Begriff Pestizid nicht-toxische, für Mensch und Natur völlig unproblematische Substanzen wie Heilpflanzenbrühen, Steinmehl oder Pheromone aus.
Von der Initiative sind alle Landwirtschaftsbetriebe betroffen, die chemisch synthetische Substanzen einsetzen. Dasselbe gilt für den Einsatz von Pestiziden natürlichen Ursprungs. Wir Initianten richten uns für die Identifikation der betroffenen natürlichen Pestizide nach den Empfehlungen des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau FiBL und Vision Landwirtschaft.

In kaum einem anderen Land versprüht die Landwirtschaft so viele Pflanzenschutzmittel wie bei uns in der Schweiz. Über 2000 Tonnen sind es pro Jahr. Die Wirksamkeit und damit auch Giftigkeit der Stoffe nimmt dabei laufend zu. Das Ziel des Bundes, den Einsatz der Pflanzenschutzmittel auf 1500 Tonnen zu reduzieren, wird seit vielen Jahren verfehlt und eine Besserung ist nicht in Sicht. 85-90% der Pestizide werden von der Landwirtschaft versprüht, der Rest im Verkehrs- und Siedlungs­bereich. Ein beachtlicher Teil der aus­ge­brach­ten Pestizide gelangt ins Wasser.  Auf dem Weg dorthin töten die Giftstoffe nicht nur Schäd­linge, sondern auch nützliche Kleinstlebewesen, Bienen sowie andere Insekten und Pflanzen, die für die Bodenqualität, die Bio­diversität und die Umwelt von grosser Bedeutung sind.

Unsere Wasserqualität hängt direkt von intakten und belebten Böden ab, die als wirksamste Filter für unser Trinkwasser dienen. Erstmals zeigt ein Bericht des Bundesamtes für Umwelt von 2017 auf, wie es der natürlichen Lebensgrundlage Boden in der Schweiz geht. Es wird klar, dass unser Boden unter enormem Druck steht und nicht nachhaltig genutzt wird.

In vielen Gewässern und selbst in Grundwasserfassungen – 80% unseres Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser – werden die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizide seit Jahren regelmässig überschritten. Dabei wurde ein Pestizidcocktail von über 100 Stoffen festgestellt.

Statt das Problem zu lösen erhöht der Bundesrat einfach die gesetzlichen Grenzwerte. Beim Glyphosat, dem am häufigsten eingesetzten Pestizid, das zugleich international heftig umstritten und in einigen Ländern bereits verboten worden ist, will der Bund in der Gewässerschutzverordnung die heute zulässige maximal Belastung in den Oberflächengewässern um das 3600-fache erhöhen – von 0,1 µg/l auf 360 µg/l. Die zuständigen Bundesstellen verletzten mit Entscheiden wie diesen regelmässig das Vorsorgeprinzip, an das sie sich gemäss Umweltschutzgesetzgebung eigentlich halten müssten.

Allein zwischen 2005 und 2014 sind in der Schweiz nicht weniger als 124 einst bewilligte Wirkstoffe vom Markt genommen worden. Bei einem Teil davon sind Gesundheits- oder Umweltschäden aufgetreten.

Argumentarium

Quellen:
Bald ist in Gewaessern 3600mal mehr Glyphosat erlaubt
Zu viele Pestizide im Schweizer Trinkwasser

Anhaltend hohe Pestizidbelastung in kleinen Bächen
Der Boden in der Schweiz steht unter Druck

Pflanzenschutzmittel im Grundwasser
Über 100 Pestizide in Fliessgewässern
Wasserverbund Bern schliesst Quellen
Pestizid-Cocktail im Bach
Bienensterben Forscher finden deutliche Worte
Pestizide: Schweizer Bauern übertreiben es
Pestizid-Cocktail in Schweizer Äpfeln
Glyphosat – Bund belohnt spritzen mit Subventionen

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