Die Initiative fordert, dass nur noch Betriebe subventioniert werden, die die Biodiversität erhalten.

Unter Biodiversität versteht man die Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen. Eine hohe Artenvielfalt ist unabdingbar für die Stabilität und die Produktivität von Ökosystemen und für gesunde, fruchtbare Böden. Die menschliche Ernährung hängt in vielfältiger Weise ganz direkt von der Biodiversität ab.

Keine andere menschliche Tätigkeit beeinflusst die Biodiversität so stark wie die Landwirtschaft. Über Jahrhunderte haben die Bauern in Mitteleuropa zu einer starken Steigerung der Artenvielfalt beigetragen. Mit dem Aufkommen der industriellen Methoden in der landwirtschaftlichen Produktion hat sich dies ab den 1950er Jahren fast auf einen Schlag geändert. Die heute überintensive Nahrungsmittelproduktion hat innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem eigentlichen Zusammenbruch der Biodiversität in der Kulturlandschaft geführt. Besonders verheerend wirkten sich der Einsatz von Pestiziden sowie die Gülleüberschüsse und Stickstoffemissionen einer zu intensiven, von Futtermittelimporten abhängigen Tierhaltung aus. Das Fatale daran ist, dass diese Art der Landwirtschaft nicht nur ihre eigenen Produktionsgrundlagen zerstört, sondern sich selber in eine komplette wirtschaftliche Sackgasse hineinmanövriert hat. Denn ihre Produktionskosten sind infolge der dafür nötigen teuren Technik und Hilfsstoffe viel zu hoch. Die Schweizer Landwirtschaft schreibt als Folge ihrer Industrialisierung seit vielen Jahren massive Defizite. Nur dank hohem Grenzschutz und jährlichen Milliardenzahlungen des Staates können sich die Bauern heute überhaupt noch einen Lohn bezahlen.

Eine naturnähere Landwirtschaft ist nachweislich nicht nur enorm viel wirtschaftlicher, sondern trägt auch der Biodiversität Sorge und damit der eigenen Produktionsgrundlage, statt diese zu zerstören.

Argumentarium

Quelle:
Artenvielfalt in der Schweiz – Forscher sind besorgt 
Insektensterben
Weltweit immer weniger Insekten