Nachrichten

NDM1, MCR1 und woran wir alle draufgehen könnten

14. April 2019: Antibiotikaresistenzen sind eine Gefahr für die Menschheit wie Terrorismus und Klimawandel. Gehandelt wird dennoch zögerlich.
In der Schweiz sterben laut dem Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen (Anresis) jährlich fast 300 Menschen wegen antibiotikaresistenter Bakterien, europaweit sind es geschätzt 33’000, weltweit ungefähr 700’000 Menschen (OECD). Bis 2050 könnten es zehn Millionen sein.
Zum Bericht: infosperber

Der Kampf ums Wasser hat begonnen!

10. April 2019: Der Bauernverband des Kantons Aargau hat eine Resolution verabschiedet, welche die Bewässerungsmöglichkeiten im Kanton sicherstellen soll. Der Verband möchte künftig die Grundwasserreserven für die Bewässerung in Trockenzeiten nutzen.
Was dem Trinkwasserverband aber sauer aufstösst, ist die Formulierung «Im Gegenzug werden die Bauernfamilien […] dafür sorgen, dass die Schutzzonen in den Grundwasserfassungen so bewirtschaftet werden, dass die Wasserqualität weiterhin von höchster Qualität ist.» Der Bauernverband Aargau scheint etwas Wesentliches falsch verstanden zu haben: Die Gewässerschutzgesetzgebung mit dem generellen Verschmutzungsverbot (Art 6.) ist kein «Nice-to-have» – bereits heute sind alle verpflichtet, sie einzuhalten. Gesetze und deren Einhaltung sind schlicht nicht verhandelbar!
Zum Bericht: AQUA & GAS

22 Kantone ignorieren Insektizid-Verbot

7. April 2019: Waldspaziergang? Vergiftungsgefahr! Eine Fachzeitschrift fand heraus: Nicht nur auf Feldern, auch im Wald werden Umweltgifte versprüht.
Generell wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald vom Gesetz nicht erlaubt. Dennoch bewilligten 22 der 25 kantonalen Forstämter teilweise sogar denjenigen von explizit verbotenen Mitteln.
Zum Bericht: Blick

Bio-Felder sind mit Pestiziden verseucht

6. April 2019: Eine neue Studie zeigt, dass 93 Prozent der Bio-Äcker mit Pflanzengiften von benachbarten Feldern kontaminiert sind.
Bäche im Landwirtschaftsgebiet sind stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Das meldete der Bund Anfang Woche. Nun folgt die nächste schlechte Nachricht: Auch in den Böden von biologisch bebauten Äckern und ökologischen Ausgleichsflächen finden sich Pestizide, genau wie in Pflanzen und Samen. Das zeigt eine Studie der Uni Neuenburg, die soeben im «Journal of Applied Ecology» publiziert worden ist.
Zum Bericht: Vision Landwirtschaft

SVP-Rösti will mit Schweizer Tierprodukten das Klima retten – doch er irrt

2. April 2019: SVP-Präsident Albert Rösti sieht in der regionalen Viehwirtschaft den Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel. Ökobilanz-Studien zeigen indes: Vieh- und Milchprodukte aus dem Inland schädigen das Klima weit mehr als Pflanzenprodukte aus dem Ausland.
Zum Bericht: Watson

Bund erwägt Verbot für Rüben-Pestizid

3. April 2019: Das Pflanzenschutzmittel Chloridazon verschwindet wohl auch vom Schweizer Markt. Das löst das Pestizidproblem aber keineswegs.
Das Ende war nahezu geräuschlos: Die Zulassung für Chloridazon ist in der EU am 31. Dezember 2018 ausgelaufen. Kein Chemiekonzern hat einen Antrag auf eine Neubewertung des Pestizids gestellt. Nun muss der Handel bis Ende Juni seine Restbestände verkaufen. Ein Jahr mehr Zeit haben die Landwirte, um ihre Vorräte zu tilgen. Was übrig bleibt, ist entsorgungspflichtig.
Zum Bericht: Tagesanzeiger

Warum die Wertschöpfung in der Landwirtschaft so gering ist

3. April 2019: Nicht die geringe Produktivität oder die hohen Produzentenpreise sind das Problem der Schweizer Landwirtschaft, sondern die geringe Wertschöpfung auf dem Bauernhof.
Zum Bericht: NZZ Gastkommentar

Zu viele Pflanzenschutzmittel in kleinen Bächen

2. April 2019: Zwei Studien der Eawag und des Oekotoxzentrums zeigen erneut, dass Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Die Konzentrationen einzelner Stoffe stellen über Monate hinweg ein Risiko für chronische Schäden dar und liegen längere Zeit über Werten, ab denen für Pflanzen und Tiere im Wasser ein akut toxisches Risiko besteht. In den meisten Proben wurden 30 oder mehr verschiedene Wirkstoffe gemessen. Untersuchungen der Artenvielfalt in den Bächen und Biotests bestätigen die Gefahr, welche von diesen Stoffgemischen ausgeht.
Zum Bericht: Eawag

Pestizide – Gefahr in der Luft

27. März 2019: Der Wind trägt Pestizide weit weg von Äckern und Gärten. Mit fatalen Folgen für Insekten, Menschen und Natur. Das zeigen neue Studien. Jetzt muss sich der Bundesrat damit befassen.
Zum Bericht: Beobachter

Strengere Massnahmen für Baldeggersee gefordert

19. März 2019: Eine am Dienstag veröffentlichte Studie zeigt: Der See muss noch Jahrzehnte künstlich belüftet werden. Nun streben der zuständige Gemeindeverband und der Kanton strengere Phosphor-Regelungen an – die Bauern wollen Hand bieten.
Zum Bericht: Luzerner Zeitung

Milch – Ein teurer Schluck

14. März 2019: Wie es die Bauernlobby schafft, dass wir Schweizer glauben, Milch sei unser Lebenselixier.
Zum Bericht: DIE ZEIT

Wie die Milliarden für die Landwirtschaft verpuffen

6. März 2019: Trotz rekordhoher staatlicher Stützung verfehlt die Agrarpolitik laut einer Erhebung nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Ziele.
Zum Bericht: NZZ

Ein Fahrplan im Sinne der Bauern

6. März 2019: Das Volk wird über die Trinkwasserinitiative abstimmen, ohne zu wissen, ob der Bund das Pestizidproblem ernsthaft angeht. So sieht es die Planung des Bundesrates.
Zum Bericht: Tagesanzeiger

Landwirtschaft beeinträchtigt Kleinwasserlebewesen mehr als Abwässer

4. März 2019: Substanzen aus der Landwirtschaft beeinflussen das Leben in Flüssen und Bächen. Geklärtes Abwasser hingegen spielt bei der Artenzusammensetzung von Kleinlebewesen eine geringere Rolle. Das zeigt eine neue Studie eines interdisziplinären Teams der Eawag.
Zum Bericht: EAWAG

Wählerische Konsumenten – Der hohe Preis der perfekten Kartoffel

25. Februar 2019: Die Schweiz leistet es sich, genussfähige Speisekartoffeln im Wert von 25 Millionen Franken an Kühe zu verfüttern.
Zum Bericht: SRF ECO

9. Berner Wassertag 2019
Mikroverunreinigungen – Herausforderungen und Lösungsansätze

Donnerstag, 21. März 2019, 13.30–18.30 h, Stade de Suisse, Bern: Am 21. März 2019 führt die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern zum neunten Mal den Berner Wassertag durch. Es ist die wichtigste Veranstaltung der Wasserwirtschaft im Kanton Bern. Der diesjährige Wassertag widmet sich dem Thema Mikroverunreinigungen. Rückstände von organischen Chemikalien in unseren Flüssen und Seen können sich nachteilig auf Wasserlebewesen und Trinkwasserressourcen auswirken. Für den Kanton Bern hat der Schutz seiner Gewässer hohe Priorität. Am Wassertag werden deshalb die Herausforderungen in Zusammenhang mit Mikroverunreinigungen, aber auch die Lösungsansätze aufgezeigt.
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Glyphosat-Einsatz in der Schweiz ist rückläufig

4. Februar 2019: In der Schweiz werden immer weniger Pflanzenschutzmittel verkauft. Dies geht aus einer Statistik des Bundesamtes für Landwirtschaft hervor. Besonders stark zurückgegangen sind die Verkäufe des umstrittenen Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat.
Zum Bericht: SRF Echo der Zeit

Trinkwasser wird zum Politikum

24. Januar 2019: Trinkwasser sprudelt aus dem Hahn, ohne dass sich jemand gross Gedanken darüber macht. Doch dieses Jahr wird das Trinkwasser zum Politikum. Eine Volksinitiative will das Wasser besser schützen und dafür die Schweizer Landwirtschaftspolitik gründlich umpflügen.
Zum Bericht: SRF Echo der Zeit

1 Million Schweizer trinkt Wasser aus «gefährdeten» Quellen

23. Januar 2019: Das Bundesamt für Umwelt warnt vor verschmutztem Grundwasser. Schuld sind sich ausbreitende Siedlungen und die Landwirtschaft.
Zum Bericht: Tagesanzeiger

Glyphosat-Studie: Neue Plagiats-Vorwürfe

15. Januar 2019: Bei seiner Bewertung des Unkrautvernichters soll das zuständige Institut noch viel mehr von Monsanto abgeschrieben haben, als bisher angenommen wurde. Das ergab eine heute veröffentlichte Plagiats-Prüfung.
Zum Beitrag: Addendum

Bund soll «schädliche Subventionen» abschaffen

3. Januar 2019: Die Finanzkontrolle und Parlamentarier fordern: Was in der Landwirtschaft nicht nachhaltig ist, gehört nicht unterstützt. Der Bauernverband ist alarmiert. Eine Abstimmung ohne Konsequenzen: So argumentierten Kritiker, als das Stimmvolk im Herbst 2017 über die Vorlage…
Zum Beitrag: Tagesanzeiger

Frankreich erhöht Abgaben auf Pestizide

2. Januar 2019: Während die Schweizer Agrarpolitik sich weiterhin weigert, Abgaben auf Pflanzenschutzmittel zu erheben und sie sogar weitgehend von der Mehrwertsteuerpflicht verschont, handelt Frankreich. Die Nationalversammlung hat in der vergangenen Woche beschlossen, die „Verschmutzungsabgabe für Pflanzenschutzmittel“ zum 1. Januar 2019 massgeblich zu erhöhen.
Zum Beitrag: VisionLandwirtschaft

Mehr Trinkwasserschutz, aber keine Revolution

29. Dezember 2018: Die Trinkwasserinitiative will die Landwirtschaft umpflügen. Der Bundesrat verzichtet auf einen Gegenvorschlag.
Unterschätzen will Ständerat Roberto Zanetti die Initiantin der Trinkwasserinitiative nicht. Im Gegenteil. «Sie ist wie Armin Capaul», sagt der Solothurner SP-Politiker über Franziska Herren aus dem bernischen Wiedlisbach. Bei den Leuten komme sie sehr gut an, und ihr Anliegen treffe wie Capauls Hornkuhinitiative einen Nerv, sagt Zanetti.
Zum Beitrag: Tagesanzeiger

Bundesrat beantragt Ablehnung der «Trinkwasserinitiative»

14. Dezember 2018: Der Bundesrat beantragt dem Parlament, die Trinkwasserinitiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Dies entschied er am 14. Dezember 2018. Die Volksinitiative nimmt zwar berechtigte Anliegen auf, die jedoch bereits mit den heutigen agrarpolitischen Massnahmen angestrebt werden und im Rahmen der Agrarpolitik ab 2022 verstärkt und ergänzt werden sollen. Eine Annahme der Initiative hätte weitreichende, schädliche Folgen für die Schweizer Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit.
Zum Beitrag: Medienmitteilung / Botschaft Bundesrat

Gülle-Problematik: Vorlage des Bundes schürt in Luzern Unsicherheit

13. Dezember 2018: Landwirte sollen weniger Dünger pro Hektare auf ihren Feldern aufbringen dürfen, fordert der Bund. Wie stark wäre Luzern als tierintensiver Kanton davon betroffen? Die Frage bringt gar Experten zum Rätseln.
Zum Beitrag:  LuzernerZeitung

Luzerner Bauern sollen umweltfreundlicher handeln

7. Dezember 2018: 30 Prozent aller Schweine in der Schweiz leben in Luzern, in der Region wird viel Landwirtschaft betrieben. Eine hohe Verantwortung für die hiesigen Bauern. Der Regierungsrat fordert nun, dass die Bauernhöfe umweltfreundlicher betrieben werden.
Zum Beitrag:  LuzernerZeitung

Hohes Interesse an herbizidfreiem Getreide-Anbau

23. November 2018: Ex-„Gipfelikönig“ Fredy Hiestand stellt die Getreideproduktion auf „pestizidfrei“ um und die IP-Bauern sprechen gut an. Die per Mail gesuchten Produzenten waren innert Kürze gefunden. Auch die Migros-Grossbäckerei Jowa ist interessiert.
Zum Beitrag: Bauernzeitung

Fehlerhafte Zulassungsstudie – Pestizid könnte Ungeborene gefährden

20. November 2018: Chlorpyrifos wird in der Landwirtschaft und Schweizer Gärten eingesetzt. Eine neue Studie warnt vor Gehirnschäden.
Das Insektizid mit dem Wirkstoff Chlorpyrifos steht im Verdacht, bei Ungeborenen die Gehirnentwicklung zu beeinträchtigen. Offenbar wurde bei der Zulassungsstudie unsorgfältig gearbeitet, wie unabhängige Wissenschaftler herausgefunden haben.
Zum Beitrag: Rendez-vous SRF1

AP22+ als Indirekter Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative

15. November 2018: Die AP22+ enthält auch ein Massnahmenpaket, mit dem zentrale Anliegen der Trinkwasserinitiative angemessen berücksichtigt werden sollen. Insbesondere soll die maximal erlaubte Hofdüngerausbringung pro Fläche gemäss Gewässerschutzgesetz reduziert werden. Im ökologischen Leistungsnachweis sollen Pflanzenschutzmittel mit erhöhtem Umweltrisiko nicht mehr angewendet werden dürfen und der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel soll verstärkt mit Beiträgen gefördert werden. Bei Bedarf sollen Bund und Kantone die Anforderungen regional gezielt verschärfen können.
Zum Beitrag:  BLW-AP22+

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