Fragen und Antworten

Ja, die Initiative ist dringend nötig. Denn die Qualität unseres Trinkwassers ist durch die industrielle von Pestiziden, Importfutter und Antibiotika abhängige Landwirtschaft akut bedroht.

Das zeigen aktuelle Messungen und Berichte des Bundesamts für Umwelt. Mindestens eine Million Schweizer*innen konsumieren Trinkwasser, das mit Pestizidrückständen über dem gesetzlichen Grenzwert belastet ist. Die heutige industrielle Landwirtschaft schafft drei Probleme für das Trinkwasser:

1. Pestizide und deren Abbauprodukte gelangen via Böden und Gewässer in unser Trinkwasser. Mehr dazu hier.

2. Durch die von Importfutter abhängige Produktion von Fleisch, Milch und Eiern gelangt viel zu viel Gülle und Ammoniak in die Böden, in die Luft und in die Gewässer. Dies führt zu überhöhten Nitratbelastungen im Grund- und Trinkwasser. Ammoniak belastet zudem unsere Lungen mit Feinstaub, zerstört die Biodiversität und schadet dem Klima. Mehr dazu hier.

3. In der intensiven Nutztierhaltung werden tonnenweise Antibiotika eingesetzt, zum grossen Teil prophylaktisch. Das fördert die Entwicklung von antibiotikaresistenten Bakterien. Diese gelangen via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen und so auch in unsere Nahrung, in die Gewässer und in unser Trinkwasser. Mehr dazu hierl.

Im Gegenteil. Bei den Betriebsmittelimporten reduziert die Initiative unsere Auslandsabhängigkeit massiv. Die Schweizer Landwirtschaft ist heute abhängig von Importen von Futtermitteln, Pestiziden, Antibiotika, Erdöl etc. Um eine Nahrungsmittelkalorie zu produzieren, werden heute zwei Kalorien importiert! Bei geschlossenen Grenzen würde die Schweizer Landwirtschaft mit der heutigen Produktionsweise in kurzer Frist kollabieren.

Unabhängiger von Lebensmittelimporten werden wir am schnellsten, wenn wir die unnötige Verschwendung von Lebensmitteln (2,8 Millionen Tonnen bzw. 30-50 %) beenden.

500'000 ha Ackerland und 320'000 ha Weideland werden für den Anbau von nicht verzehrten für den Schweizer Konsum vorgesehenen Lebensmitteln (Food Waste) benötigt! Quelle: ETH Zürich, Seite 57 Abbildung 23.

Durch weniger Food Waste hätten wir genug Land, um Lebensmittel nachhaltig, ökologisch und insbesondere pestizidfrei produzieren könnten. Und müssten weniger Lebensmittel importieren. Zu berücksichtigen ist auch, dass eine pestizidfreie Landwirtschaft nicht per se weniger Erträge mit sich bringt. Mit verstärkten Forschungsinvestitionen in diesem Bereich – wie von der Trinkwasserinitiative gefordert – können im ökologischen Landbau neue Methoden und Massnahmen entwickelt und die Erträge laufend gesteigert werden.

2017 wurde die Ernährungssicherheitsinitiative des Bauernverbandes in der Verfassung verankert. Der neue Verfassungsartikel fordert grenzüberschreitende Handelsbeziehungen, welche zu einer nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragen – in der Schweiz wie auch im Ausland. Der Bund muss somit den fairen Handel fördern statt den Freihandel und dafür sorgen, dass nur noch nachhaltig produzierte Lebensmittel importiert werden.

Nein. Eine pestizidfreie Lebensmittelproduktion wie die Trinkwasserinitiative fordert, muss nicht teurer sein, dies zeigen Fredy’s – so schmeckt Brot und die Jowa Bäckerei (Mirgros). Der Bäcker Fredy Hiestand stellt seine Backwaren seit 2019 pestizidfrei her – ohne Erhöhung der Verkaufspreise. Und die Migros rechnet für pestizidfreies Brot mit einem Mehrpreis von rund zwei Rappen pro Brot. Mehr dazu hier.

Zu berücksichtigen ist zudem, dass eine pestizidfreie Landwirtschaft nicht per se geringere Erträge bedeutet. Mit verstärkten Forschungsinvestitionen in diesem Bereich – ebenfalls von der Trinkwasserinitiative vorgesehen – können im ökologischen Landbau neue Methoden und Massnahmen entwickelt und die Erträge weiter gesteigert werden.

Hohe Margen der Grossverteiler führen zu hohen Preise

Zudem sind nicht die Produzentenkosten verantwortlich für die hohen Preise der Lebensmittel in der Schweiz, sondern die hohen Margen der Grossverteiler.

Kostenwahrheit

Müsste die konventionelle Landwirtschaft für die Folgeschäden ihrer Produktion aufkommen, die sich laut den Berechnungen von Avenir Suisse auf jährlich 7,6 Milliarden Franken belaufen, wären ihre Produkte weit teurer als nachhaltig erzeugte Lebensmittel.

Durch eine pestizidfreie Produktion werden die Lebensmittel gesünder, nicht teurer!

Nein. Bei einem Verzicht auf Direktzahlungen kann nicht noch intensiver produziert werden. Schon mit der heutigen Produktionsweise erreicht die Schweizer Landwirtschaft die rechtlich geltenden Umweltziele nicht und verstösst gegen Gewässer- und Umweltschutzgesetze. Eine zusätzliche Intensivierung (mehr Einsatz von Importfutter, Pestiziden, höherer Tierbesatz, prophylaktische Antibiotika etc.) würde die Umweltbilanz weiter verschlechtern. Dies ist mit den bestehenden Umweltgesetzen nicht vereinbar.

Überdies ist zu bedenken, dass die Schweizer Landwirtschaft schon heute eine enorm hohe Produktionsintensität aufweist – dies selbst im Vergleich mit der europäischen Landwirtschaft, die weltweit eine der intensivsten Agrarindustrien darstellt.

Unter einer «pestizidfreie Produktion» versteht die Initiative eine Lebensmittelproduktion ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Die im Biolandbau eingesetzten Stoffe sind von der Initiative nicht betroffen.

Der Einsatz von Pestiziden ist weder im In- noch im Ausland notwendig. Bereits seit Jahrzehnten produzieren Tausende von Bäuerinnen und Bauern weltweit erfolgreich ohne giftige, chemisch-synthetische Pestizide – ganz so wie es die Trinkwasserinitiative vorsieht. Nur wenn die Anwendung von Pestiziden beendet und die Lebensmittelproduktion flächendeckend pestizidfrei wird, lassen sich unser Trinkwasser und unsere Gesundheit dauerhaft schützen. Daher braucht es die Umleitung der Subventionen in eine pestizidfreie Lebensmittelproduktion.

Seit kurzem hat die Schweiz die Möglichkeit, auch jenseits der Grenze einen reduzierten Pestizideinsatz einzufordern. 2017 wurde mit der Ernährungssicherheitsinitiative des Bauernverbandes in der Verfassung verankert, dass grenzüberschreitende Handelsbeziehungen „zur nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragen“ müssen. Damit hat es die Schweiz in der Hand, Nachhaltigkeitskriterien für Importe einführen, also auch dass diese pestizidfrei angebaut wurden. Eine Verlagerung des Pestizideinsatzes ins Ausland ist nicht zu befürchten.

Welche Auswirkungen Pestizide auf Umwelt und Gesundheit und wie sie sich in den Gewässern ausbreiten, zeigt sich erst nach langjähriger Anwendung. Allein in den Jahren 2005-2019 mussten in der Schweiz 154 einst bewilligte Wirkstoffe für Pestizide vom Markt genommen werden, u.a. wegen Gesundheits- und Umweltschäden. Pestizide belasten unser Grundwasser und somit auch unsere Gesundheit noch heute, viele Jahre nachdem sie verboten wurden.

Aktuellster Fall ist das Insektizid Chlorpyrifos, das ab Sommer 2020 verboten sein wird. Der Grund: Forschungsergebnisse zeigen, dass es das Gehirn von Ungeborenen schädigen kann. Das macht einmal mehr deutlich, dass es unverantwortlich ist, synthetische Chemikalien mit hoher biologischer Giftigkeit grossflächig auf Äckern, Reben und Obstkulturen auszubringen.

Dieses Lotteriespiel mit unserer Gesundheit wollen wir mit der Initiative beenden. Denn bereits seit Jahrzehnten produzieren Tausende von Bäuerinnen und Bauern im Einklang mit der Trinkwasserinitiative Lebensmittel – ohne giftige, chemisch-synthetische Pestizide. Sie weisen uns die Zukunft.

Statt das Gewässerschutzgesetz konsequent anzuwenden und den Pestizideinsatz einzuschränken, beschloss der Bund, ab 1. April 2020 für einige Pestizide die Grenzwerte in Oberflächengewässern zu erhöhen.

Diese geplanten Grenzwerterhöhungen sind ein Freipass für die Landwirtschaft, noch mehr Pestizide einzusetzen und verletzen das Vorsorgeprinzip.

Das grösste Problem des hohen Futtermittelimportes (1,2 Millionen Tonnen jährlich) der Schweizer Landwirtschaft liegt darin, dass die Tiere nicht mehr dort gehalten werden, wo ihr Futter wächst.

Die überschüssige Gülle, die wir mit dem Importfutter in der Schweiz produzieren, fehlt im Ausland. Im Inland führt diese Gülle zur massiven überhöhten Ammoniakemissionen und Überdüngung. Dadurch schädigen wir unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Mehr dazu hier.

Weniger als man denkt. Die Schweizer Fleisch- Milch- und Eierproduktion ist stark vom Ausland abhängig. Jährlich werden 1,2 Mio. Tonnen Kraftfutter importiert, um die Nutztierbestände und damit die Produktion zu steigern. 50% des Schweizer Fleisches und 70% der Schweizer Eier und Poulets könnten ohne Importfutter gar nicht produziert werden.

Das Importfutter mit seinem hohen Nährstoffgehalt führt in der Schweiz zu enormen Düngerüberschüssen in Form von Gülle und Ammoniak. Diese verursachen immense Umweltschäden, verschmutzen unser Trinkwasser und schädigen unsere Gesundheit.

Wo Schweiz drauf steht, soll auch Schweiz drin sein. Landwirtschaftsbetriebe sollen das Futter für ihre Tiere wieder selber produzieren oder Futter und Hofdünger regional austauschen bzw. gemeinsam nutzen. Zum Wohl von Menschen, Natur und Tier. Das schafft die Trinkwasserinitiative. Mehr dazu hier.

Die Futtermittel-Eigenversorgung in der Schweiz scheint mit 85 % auf einem hohen Niveau zu sein. Diese Berechnung bezieht sich jedoch rein auf das Gewicht. Aussagekräftiger ist der Nährwert, denn die 15 % Importfutter (Soja und Getreide) haben so viel Nährwert, dass damit 50 % des Schweizer Fleisches und 70 % der Schweizer Eier hergestellt werden.

Die Futtermittel-Eigenversorgung in der Schweiz scheint mit 85% auf einem hohen Niveau zu sein. Bauernverband und Proviande beschränken ihre Kommunikation aber nur auf das Gewicht der Futtermittelimporte. Dies ist irreführend für die Konsument*innen.

Denn entscheidend für die Produktionsmenge von Fleisch, Eier, Poulets und Milch in der Schweiz ist nicht das Gewicht des Importfutters sondern der Nährwert des Importfutters. In den 15% Importfutter (1,2 Mio. Tonnen Soja und Getreide) ist ein so hoher Nährwert enthalten, dass damit 50% des Schweizer Fleisches und 70% der Schweizer Eier und Poulets hergestellt werden können!

Der Nährwert ist auch entscheidend für die Umweltfolgen, denn er führt zu enormen Überschüssen an Gülle, Ammoniak und Nitrat. Diese gefährden die Gewässer und belasten unsere Gesundheit. Hier mehr Informationen zu diesem Thema, die auf der Proviande-Webseite nicht zu finden sind. (Proviande wird mit unseren Steuergeldern unterstützt.)

Weil es nach dem Wortlaut des Initiativtextes weiterhin möglich ist, Futtermittel regional zu verkaufen und zuzukaufen, denn: «(…) ernährt werden kann» heisst nach allgemeinem Sprachgebrauch nämlich nicht, dass der Tierbestand mit dem auf dem eigenen Betrieb hergestellten Futter ernährt werden muss. Es heisst vielmehr, dass es für die Erfüllung der Anforderungen an den ökologischen Leistungsnachweis theoretisch möglich sein muss, den Tierbestand mit dem «eigens» produzierten Futter zu ernähren, das Futter für die Tiere also auf dem eigenen Betrieb herzustellen. Ansonsten hätte der Text «ernährt wird» heissen müssen. (Gutachten Bähr/Grosz, SFV & VSA, Rz 223, Seite 59).

Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, die Tierbestände auf eine bodenabhängige Produktion zu begrenzen, mit dem Ziel, der Reduktion

  • hohen Nitratwerte in den Grundwasserfassungen;
  • Nitrat- und Phosphorzuführung in die Mittellandgewässer;
  • Umweltprobleme in Gebieten des Kraftfutteranbaus (Regenwald),
  • sowie der Versauerung und Überdüngung der Wälder, Moore, Naturschutzgebieten und Magerwiesen entgegenwirken.

Aufgrund der Belastungen durch zu viel Gülle müssen der Baldeggersee, der Hallwilersee, der Sempachersee und der Greifensee bereits seit Jahrzehnten künstlich belüftet werden. Die Kosten dafür tragen natürlich die Steuerzahler.

Gleichzeitig subventionieren wir mit unseren Steuergeldern genau die von Importfutter abhängige Fleisch-, Milch- und Eierproduktion, die für die Seen so schädlich ist. Das ist absurd! Die Trinkwasserinitiative würde mittelfristig auch diese Problematik lösen. Mehr dazu hier.

Nein. Die Initiative fordert vielmehr, dass in der Nutztierhaltung Antibiotika nur noch bei tatsächlichem Auftreten einer Krankheit eingesetzt werden dürfen, statt wie bisher prophylaktisch und für alle Tiere gleichzeitig. Die Anpassungen, die es dafür in der Tierhaltung braucht, werden von zahlreichen Betrieben schon seit langem umgesetzt.

Der seit Jahrzehnten übermässige und insbesondere der prophylaktische Einsatz von Antibiotika in der Schweizer Nutztierhaltung fördert die Bildung von antibiotikaresistenten Bakterien. Diese gelangen via Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen und verursachen den Eintrag von Antibiotikaresistenzen in die die Lebensmittelkette (Gemüse, Früchte), in die Gewässer und sogar in unser Trinkwasser .

Die Eidgenössische Fachkommission für biologische Sicherheit erklärte 2014 antibiotikaresistente Bakterien zur "grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz". Wenn wir nichts unternehmen, drohen uns medizinische Zustände wie vor 100 Jahren, als Antibiotika noch nicht zur Verfügung standen.

Nur wenn wirksame Antibiotika bereitstehen, können auch weiterhin schwerwiegende Infektionen behandelt, Chemotherapien, Transplantationen und andere chirurgische Eingriffe durchgeführt werden. Dazu leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag.

Nein. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika ist weiterhin zulässig und wird auch weiterhin praktiziert. Mit der Teilrevision der Tierarzneimittelverordnung (TAMV) vom 1. April 2016 wurde leider nur eine Einschränkung der Abgabe von Antibiotika auf Vorrat eingeführt – jedoch kein Verbot.

Wir können sehr wohl Einfluss auf die Tierhaltung im Ausland nehmen! Der Bundesrat kann schon heute aus Gründen des Tierschutzes die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten an Bedingungen knüpfen, einschränken oder verbieten (TSchG Art. 14)

Die Schweiz kann zudem dafür sorgen, dass auch ausländische Produzent*Innen ähnlich hohe Produktionsstandards einhalten wie in der Schweiz. Den Weg dazu haben wir 2017 mit der Ernährungssicherheitsinitiative, die vom Bauernverband lanciert wurde, geebnet. Die fordert, dass nur noch nachhaltig produzierte Lebensmittel importiert werden dürfen.

Die Migros hat ihrer Kundschaft das Versprechen abgegeben, ab 2020 nur noch tierische Produkte zu importieren, welche nach Schweizer Tierschutznormen produziert wurden. Und auch Coop setzt sich dafür ein, dass Importfleisch von Tieren stammt, deren Haltung mindestens der Schweizer Tierschutzgesetzgebung entspricht.

Nein. Die von der Initiative angestrebten Veränderungen werden es den Landwirt*innen ermöglichen, im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen wirtschaftlich erfolgreich zu produzieren. Das schafft Perspektiven für die Zukunft.

Nebst den Direktzahlungen erhalten Landwirt*innen zusätzlich Unterstützung von der landwirtschaftlichen Forschung, Beratung und Ausbildung sowie von Investitions­hilfen. Zudem bietet die achtjährige Übergangsfrist der Initiative den Landwirt*innen genügend Raum für die nötige Umorientierung. Mehr dazu hier.

Die Initiative sieht keine Verbote vor. Sie bindet lediglich die aus unseren Steuergeldern finanzierten Direktzahlungen an einen nachhaltigen, ökologischen Leistungsausweis.

Im Gegenteil: Die Initiative dürfte den Wirtschaftsstandort Schweiz gleich in mehreren zukunftsträchtigen Wachstumsmärkten beflügeln. Gegenüber der internationalen Konkurrenz ergibt dies Vorteile und einen gewichtigen Wissensvorsprung. Denn die Initiative verpflichtet den Bund,

  • die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung sowie Investitions­hilfen gezielt auf eine Nahrungsmittelproduktion auszurichten, die zunehmend ohne Pestizide und prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommt
  • Betriebe zu unterstützen, die effizient und nachhaltig aus eigenen Ressourcen produzieren
Dies führt zu mehr Forschung und Entwicklung Richtung umweltgerechter Produktion, Züchtung resistenter Sorten, Produktion hochwertiger und unbelasteter Lebensmittel, Imagegewinn für die Schweizer Landwirtschaft und den Wissenschaftsstandort Schweiz.

Die Trinkwasserinitiative sorgt dafür, dass unsere Steuergelder nur noch in landwirtschaftliche Betriebe fliessen, die pestizidfrei produzieren. 85 bis 90 Prozent der Pestizide werden in der Landwirtschaft eingesetzt. Pestizide im Siedlungs- und Verkehrsbereich werden nicht subventioniert und sind daher nicht im Fokus der Initiative.

Doch was der Verbrauch von Pestiziden in den Siedlungs- und Verkehrsgebieten angeht, hat es die Politik in der Hand und könnte mit der am 16. März 2018 eingereichten Motion von Maya Graf die chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel für nicht berufliche Verwendung verbieten.

Die SBB hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Gemäss den Zahlen des Bundes beläuft sich die in der Schweiz verkaufte Menge Glyphosat 2016 auf 203.9 Tonnen. Die SBB verbraucht gemäss ihren Angaben jährlich ca. 2-3 Tonnen Glyphosat.

Mit einer Initiative können wir leider nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Doch wir können mit unserer Initiative  dafür sorgen, dass die Milliarden an Subventionen nicht mehr in eine Lebensmittelproduktion investiert werden, die unser Wasser und Trinkwasser verschmutzt.

Viele chemische Stoffe finden sich nach der Anwendung als Mikroverunreinigungen in unseren Flüssen und Seen wieder. Der Bund hat 2016 Massnahmen ergriffen und rüstet die wichtigsten Kläranlagen um eine weitere Reinigungsstufe gegen Mikroverunreinigungen auf.

Die Landwirtschaft kann an keine Kläranlagen angeschlossen werden. Daher bleibt diese Milliardeninvestition wirkungslos gegenüber dem Pestizid-, Antibiotika- und Dünger-Einsatz in der Landwirtschaft. Ein Grund mehr, die Landwirtschaft in die Pflicht zu nehmen. Immerhin unterstützt der Steuerzahler die Landwirtschaft jedes Jahr mit dem riesigen Betrag von 3 Milliarden Franken.