Pestizide

Die Initiative fordert, dass nur noch Betriebe Subventionen erhalten, die pestizidfrei produzieren.

Pestizid ist nicht gleich Pflanzenschutzmittel
Die Initiative verwendet den Begriff „Pestizid“, siehe Pestizid-Reduktionsplan Schweiz, und nicht den in amtlichen Dokumenten oft verwendeten Begriff Pflanzenschutzmittel.
Von der Initiative sind die chemisch-synthetische Pestizide betroffen. Die auf der Betriebsmittelliste des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau (FiBL) gelisteten Pflanzenschutzmittel werden von der Initiative nicht tangiert.
Die Initiative gewährt bei der Annahme der Initiative eine Übergangsfrist von 8 Jahren.

Der neuste BAFU-Bericht zeigt auf, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (PSM), d.h. von PSM-Wirkstoffen und PSM-Abbauprodukten, landesweit an mehr als 50% der Messstellen im Grundwasser auftreten. In intensiv ackerbaulich genutzten Gebieten werden PSM-Rückständen an über 90% der Messstellen nachgewiesen

In kaum einem anderen Land versprüht die Landwirtschaft so viele Pflanzenschutzmittel wie bei uns in der Schweiz. Rund 2200 Tonnen sind es pro Jahr. Das Ziel des Bundes, den Einsatz der Pflanzenschutzmittel auf 1500 Tonnen zu reduzieren, wird seit vielen Jahren verfehlt und eine Besserung ist nicht in Sicht. 85-90% der Pestizide werden von der Landwirtschaft versprüht, der Rest im Verkehrs- und Siedlungs­bereich. Ein beachtlicher Teil der aus­ge­brach­ten Pestizide gelangt ins Wasser. Auf dem Weg dorthin töten die Giftstoffe nicht nur Schäd­linge, sondern auch nützliche Kleinstlebewesen, Bienen sowie andere Insekten und Pflanzen, die für die Bodenqualität, die Bio­diversität und die Umwelt von grosser Bedeutung sind.

Unsere Wasserqualität hängt direkt von intakten und belebten Böden ab, die als wirksamste Filter für unser Trinkwasser dienen. Erstmals zeigt ein Bericht des Bundesamtes für Umwelt von 2017 auf, wie es der natürlichen Lebensgrundlage Boden in der Schweiz geht. Es wird klar, dass unser Boden unter enormem Druck steht und nicht nachhaltig genutzt wird.

In vielen Gewässern und selbst in Grundwasserfassungen – 80% unseres Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser – werden die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizide seit Jahren regelmässig überschritten. Dabei wurde ein Pestizidcocktail von über 145 Stoffen festgestellt.

Pestizide im Trinkwasser

Statt das Problem zu lösen erhöht der Bund einfach die gesetzlichen Grenzwerte. Beim Glyphosat, dem am häufigsten eingesetzten Pestizid, das zugleich international heftig umstritten und in einigen Ländern bereits verboten worden ist, will der Bund in der Gewässerschutzverordnung die heute zulässige maximal Belastung in den Oberflächengewässern um das 3600-fache erhöhen – von 0,1 µg/l auf 360 µg/l. Die zuständigen Bundesstellen verletzten mit Entscheiden wie diesen regelmässig das Vorsorgeprinzip, an das sie sich gemäss Umweltschutzgesetzgebung eigentlich halten müssten.

Allein zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 1. Januar 2019 sind in der Schweiz 146 einst bewilligte Wirkstoffe vom Markt genommen worden. Bei einem Teil davon sind Gesundheits- oder Umweltschäden aufgetreten.

Argumentarium

Quellen:
Das Seeland ist vom Pestizid im Trinkwasser besonders betroffen
Gift im Trinkwasser – Bund überprüft Zulassung von Chlorothalonil
Fungizid im Trinkwasser – Gefahr aus dem Wasserhahn
Untersuchung des Amtes für Wasser und Energie zeigt: Bäche im Kanton St.Gallen sind wegen Chemikalien gefährdet
Harsche Kritik – Bund lässt Zulassungsbehörde für Pestizide durchleuchten
Pestizide – Gefahr in der Luft
Landwirtschaft beeinträchtigt Kleinwasserlebewesen mehr als Abwässer
Anwendungsverbot von Herbiziden im Siedlungsraum
Glyphosat-Urteil in den USA – Saftige Geldstrafe für Monsanto
Alternative Landwirtschaft – Globuli statt Pestizide
Fast jedes Gemüse im Offenverkauf enthält Pestizide
CH – Erst ab Ende 2018 – Anwendungsverbot im Freiland von bienengefährlichen Neonicotinoide
Am meisten Bienenvergiftungen seit 20 Jahren
Resistente Superunkräuter verursachen Ernteausfälle
Bald ist in Gewaessern 3600mal mehr Glyphosat erlaubt
Gewässerschutz BAFU Grenzwerte ohne Wert für gefährlichste Pestizide
Zu viele Pestizide im Schweizer Trinkwasser
Anhaltend hohe Pestizidbelastung in kleinen Bächen
Der Boden in der Schweiz steht unter Druck
Pflanzenschutzmittel im Grundwasser
Über 100 Pestizide in Fliessgewässern
Wasserverbund Bern schliesst Quellen
Pestizid-Cocktail im Bach
Bienensterben Forscher finden deutliche Worte
Pestizide: Schweizer Bauern übertreiben es
Pestizid-Cocktail in Schweizer Äpfeln
Glyphosat – Bund belohnt spritzen mit Subventionen

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