Pestizide

Die Initiative fordert, dass nur noch Betriebe Subventionen erhalten, die pestizidfrei produzieren.

Bald können wir niemanden mehr das Wasser reichen Wenn wir so weiter machen
Keine Subventionen für den Pestizid- und prophylaktischen Antibiotika-Einsatz!

Pestizid ist nicht gleich Pflanzenschutzmittel

Die Initiative verwendet den Begriff „Pestizid“, siehe Pestizid-Reduktionsplan Schweiz, und nicht den in amtlichen Dokumenten oft verwendeten Begriff Pflanzenschutzmittel. Im Gegensatz zum Begriff Pflanzenschutzmittel schliesst der Begriff Pestizid nicht-toxische, für Mensch und Natur unproblematische Substanzen aus.
Von der Initiative sind die chemisch-synthetische Pestizide betroffen. Die auf der Betriebsmittelliste des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau (FiBL) gelisteten Pflanzenschutzmittel werden von der Initiative nicht tangiert. Die Initiative gewährt bei der Annahme der Initiative eine Übergangsfrist von 8 Jahren.

Pflanzenschutzmittel (PSM) – Konzentrationen im Grundwasser 2013 und Ackeranteil. Maximalwert pro Messstelle. Die numerische Anforderung der GSchV von 0.1 μg/l gilt ausschliesslich für PSM-Wirkstoffe.

In kaum einem anderen Land versprüht die Landwirtschaft so viele Pflanzenschutzmittel wie bei uns in der Schweiz. Rund 2200 Tonnen sind es pro Jahr. Das Ziel des Bundes, den Einsatz der Pflanzenschutzmittel auf 1500 Tonnen zu reduzieren, wird seit vielen Jahren verfehlt und eine Besserung ist nicht in Sicht. 85-90% der Pestizide werden von der Landwirtschaft versprüht, der Rest im Verkehrs- und Siedlungs­bereich. Ein beachtlicher Teil der aus­ge­brach­ten Pestizide gelangt ins Wasser. Auf dem Weg dorthin töten die Giftstoffe nicht nur Schäd­linge, sondern auch nützliche Kleinstlebewesen, Bienen sowie andere Insekten und Pflanzen, die für die Bodenqualität, die Bio­diversität und die Umwelt von grosser Bedeutung sind.

Unsere Wasserqualität hängt direkt von intakten und belebten Böden ab, die als wirksamste Filter für unser Trinkwasser dienen. Erstmals zeigt ein Bericht des Bundesamtes für Umwelt von 2017 auf, wie es der natürlichen Lebensgrundlage Boden in der Schweiz geht. Es wird klar, dass unser Boden unter enormem Druck steht und nicht nachhaltig genutzt wird.

In vielen Gewässern und selbst in Grundwasserfassungen – 80% unseres Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser – werden die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizide seit Jahren regelmässig überschritten. Dabei wurde ein Pestizidcocktail von über 100 Stoffen festgestellt.

Pestizide im Trinkwasser

Statt das Problem zu lösen erhöht der Bund einfach die gesetzlichen Grenzwerte. Beim Glyphosat, dem am häufigsten eingesetzten Pestizid, das zugleich international heftig umstritten und in einigen Ländern bereits verboten worden ist, will der Bund in der Gewässerschutzverordnung die heute zulässige maximal Belastung in den Oberflächengewässern um das 3600-fache erhöhen – von 0,1 µg/l auf 360 µg/l. Die zuständigen Bundesstellen verletzten mit Entscheiden wie diesen regelmässig das Vorsorgeprinzip, an das sie sich gemäss Umweltschutzgesetzgebung eigentlich halten müssten.

Allein zwischen 2005 und 2017 sind in der Schweiz 138 einst bewilligte Wirkstoffe vom Markt genommen worden. Bei einem Teil davon sind Gesundheits- oder Umweltschäden aufgetreten.

Argumentarium

Quellen:
Anwendungsverbot von Herbiziden im Siedlungsraum
Glyphosat-Urteil in den USA – Saftige Geldstrafe für Monsanto
Alternative Landwirtschaft – Globuli statt Pestizide
Fast jedes Gemüse im Offenverkauf enthält Pestizide
CH – Erst ab Ende 2018 – Anwendungsverbot im Freiland von bienengefährlichen Neonicotinoide
Am meisten Bienenvergiftungen seit 20 Jahren
Resistente Superunkräuter verursachen Ernteausfälle
Bald ist in Gewaessern 3600mal mehr Glyphosat erlaubt
Gewässerschutz BAFU Grenzwerte ohne Wert für gefährlichste Pestizide.pdf
Zu viele Pestizide im Schweizer Trinkwasser
Anhaltend hohe Pestizidbelastung in kleinen Bächen
Der Boden in der Schweiz steht unter Druck
Pflanzenschutzmittel im Grundwasser
Über 100 Pestizide in Fliessgewässern
Wasserverbund Bern schliesst Quellen
Pestizid-Cocktail im Bach
Bienensterben Forscher finden deutliche Worte
Pestizide: Schweizer Bauern übertreiben es
Pestizid-Cocktail in Schweizer Äpfeln
Glyphosat – Bund belohnt spritzen mit Subventionen